Geschichte & Umgebung
admin on Okt 1st 2010 09:41 pm
Am großen Wannsee,
Die östliche Straßenseite ist durch zahlreiche Wassersportvereine geprägt, die dort über teilweise recht ansehnliche Vereinseinrichtungen (Clubhäuser, Bootsstege) verfügen. Die Grundstücke Am Großen Wannsee 42, Colomierstraße 3 (Liebermann-Villa) und Am Großen Wannsee 56/58 (Haus der Wannseekonferenz) sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Erst ab der Höhe Hausnummer 60, wo sie unser Restaurant Haus Sanssouci finden, ist das Seeufer des Großen Wannsees am Heckeshorn allgemein zugänglich. Hier, wo die Kolonie in den Berliner Forst Düppel übergeht, beginnt ein reizvoller Uferwanderweg, der vorbei an der Pfaueninsel, dem Wirtshaus Moorlake, der Kirche St. Peter und Paul (Nikolskoe) bis zum Schloss Glienicke und zur Glienicker Brücke führt. Am Uferweg liegen zahlreiche Badestellen, die im Sommer von der DLRG betreut werden. Sie erschließt verkehrstechnisch einen großen Teil der Colonie Alsen. An der Ecke Koblanckstraße 10 liegt das Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg der Gewerkschaft ver.di. Über die Straße Am Großen Wannsee führt die Buslinie 114, die damit den Anschluss zur Königstraße und zum S- und Regional-Bahnhof Berlin-Wannsee gewährleistet. Die Straße Am Großen Wannsee trägt diesen Namen seit 8. April 1933 (1888–1933: Große Seestraße).
Der Flensburger Löwe:
ist eine Statue, die der Däne Herman Wilhelm Bissen als Denkmal für den Sieg der königlich-dänischen Truppen über die deutschen Schleswig-Holsteiner in der Schlacht bei Idstedt Juli 1850 geschaffen hat. Das Original, das sich nur kurz in Flensburg und anschließend bis 1945 in Berlin befand, steht heute unter der Bezeichnung Istedløven in Kopenhagen. Im Jahr 1938 kam es nach Berichten in der dänischen Presse und nach einer Beschwerde der Botschaft über die von Gebüsch umwucherte und ungepflegte Plastik zur Umsetzung zum Heckeshorn am Westufer des Großen Wannsees. Dort steht der rund zwei Tonnen schwere Löwe auch heute auf einem Aussichtsplateau in einem kleinen Park.
Einzelne Villen in der Straße Am Großen Wannsee:
Villa Liebermann:
Lage: Am Großen Wannsee 42, Colomierstraße 3
1909 in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und Maler Max Liebermann von dem Architekten Paul Otto Baumgarten entworfen. Nach der aufwendigen Restaurierung bildet das Haus seit 2006 als Museum wieder eine künstlerische Einheit von Architektur, Gartenanlage, Originalgemälden und einer Dokumentation des Lebenswegs des Künstlers und seiner Familie.
Villa Hamspohn:
Lage: Am Großen Wannsee 40
1906/1907 von Paul Otto August Baumgarten für den AEG-Direktor und Reichstagsabgeordneten Johann Hamspohn entworfen; saniert und heute Sitz des „Kunstsalon Berliner Secession – Haus der Begegnung“).
Landhaus des Verlegers Carl Langenscheidt:
Lage: Colomierstraße 1/2
Carl Langenscheidt, Sohn des Verlagsgründers Gustav Langenscheidt ließ sich 1899 ein Landhaus im Fachwerkstil von Bodo Ebhardt errichten. 1901 kam ein Stallgebäude mit Kutscher- und Bedienstetenwohnung hinzu. Das Anwesen befindet sich noch in Familienbesitz.
Haus Springer des Verlegers Ferdinand Springer:
Lage: Am Großen Wannsee 39/41
Vater Julius Springer gründete den Springer-Verlag für wissenschaftlich-technische Literatur. 1901 von Architekt Alfred Messel erbaut – Werksteinbau mit steilem Mansarddach in Pfannendeckung und schindelverkleideten Giebeln.
Villa Herz:
Lage: Am Großen Wannsee 52/54
romantisches „Märchenschloss“ von Wilhelm Martens für den Fabrikanten Paul Herz im neoromanisch burgenhaften Stil erbaut.
Villa Marlier/Haus der Wannseekonferenz:
Lage: Am Großen Wannsee 56/58
1914 von Paul Otto August Baumgarten für das Ehepaar Marlier erbaut, 1941 von der SS-Stiftung Nordhav erworben. Hier fand am 20. Januar 1942 die Wannseekonferenz statt, deren Inhalt die Organisation und Koordinierung der Deportation und Vernichtung der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas war.
Villa Arons:
Lage: Am Großen Wannsee 5
1875 von Julius Hennicke und Hermann von der Hude errichtete Villa für den Bankier Heinrich Leo. 1880 von dem Bankier Barthold Arons erworben, dessen Sohn Bruno Ahrends ein Landhaus auf das miterworbene Nachbargrundstück baute.
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